Gekaufte Wissenschaft: die Zuckerlobby

Wissenschaftliche Studien sollten den Menschen objektiv und seriös Auskunft zu bestimmten Fragen geben.

Zum Beispiel zu der Frage: „Macht Zucker dick und ist ein hoher Zuckerkonsum ein Gesundheitsrisiko für Krankheiten wie Diabetes? Interessanterweise fällt die Antwort auf diese Frage ganz unterschiedlich aus, je nach dem ob ein bezahlter Gutachter der Zuckerlobby darauf antwortet oder ein Gutachter einer unabhängigen Stelle.

Die WHO empfielt als Höchstmenge für Erwachsen maximal 50 Gramm Zucker pro Tag. Doch das schmeckt der Zuckerindustrie nicht.

So verfasste die Zuckerlobby ein Rundschreiben an Abgeordnete des Gesundheitsausschusses in dem es hieß: „Zucker macht nicht dick.“ Diese Aussage sollte mit einer Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft belegt werden: Es sei vielmehr die gesamte Energiebilanz, die dick mache und zu Krankheiten wie Diabetes führe und nicht etwa eine einzelne Zutat wie Zucker alleine.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft warf der Zuckerlobby daraufhin vor, dass sie wichtige Zusammenhänge unberücksichtigt lässt, denn der hohe Zuckerverbrauch spielt eine große Rolle bei der zu hochkalorischen Ernährung.

Doch die Zuckerindustrie hat noch andere „Meldungen“ auf Lager. Über den 1977 gegründeten „Informationskreis für Mundhygiene und Ernährungsverhalten“ wird die Meldung verbreitet, dass Zucker keine Karies verursacht, wenn man sich nur regelmäßig die Zähne putzt. Die Rolle des Zuckerkonsums bei der Entstehung von Karies wird heruntergespielt.

Das Manipulieren von Forschung scheint bei der Zuckerindustrie eine lange Tradition zu haben.

In den frühen 1960ger Jahren kamen unabhängige Forscher in ihren Studien zu dem Schluss, dass zwischen Zuckerkonsum und Herzrkankheiten ein Zusammenhang besteht.

Die amerikanische Zuckerindustrie vergab daraufhin von ihrer Seite aus  in den 1960ger Jahren einen Forschungsauftrag mit dem Ziel, den Zusammenhang zwischen schweren Herzerkrankungen und Zuckerkonsum herunterzuspielen. Statt dessen sollten vor allem Fette die Problemverursacher sein. Die manipulierte Studie erschien in der angesehenen Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ und die bezahlten Forscher erhielten finanzielle Zuwendungen in Höhe von mehreren Tausend Dollar.

Quellen:

  • https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/899492/zuckerlobby-macht-diabetologen-sauer.html
  • http://www.vzhh.de/ernaehrung/312743/wie-die-zuckerlobby-forscht-und-argumentiert.aspx
  • http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/zuckerkonsum-zuckerindustrie-hat-jahrzehntelang-forschung-beeinflusst-1.3159512
  • http://gesundheitsblog.blogsport.eu/2017/11/18/wie-objektiv-sind-industriell-finanzierte-studien/
  • https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/bezahlte-wissenschaft-wie-die-industrie-jahrelang-studien-manipulierte
  • https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/article-abstract/2548255

Gesund und übergewichtig?

In einer Metastudie wurde das Risiko von Herzleiden und früherem Tod bei Menschen mit Übergewicht im Vergleich zwischen drei unterschiedlichen Gruppen untersucht. Eine Gruppe bestand aus Normalgewichtigen, eine andere aus Übergewichtigen mit normalen gesundheitlichen Werten und eine dritte Gruppe aus übergewichtigen Personen mit metabolischem Syndrom. Es wurden acht Studien ausgewertet. Das metabolische Syndrom besteht aus Bluthochdruck, zu hohen Blutfettwerten und Übergewicht, speziell im Bauchbereich. Risikofaktoren bestehen u. a. in einer ungesunden Lebensweise mit zu hoher Kalorienzufuhr und zu wenig Bewegung.

Dabei kamen die Forscher zu zwei interessanten Ergebnissen: Das Risiko eines frühen Todes war erhöht bei allen Übergewichtigen, unabhängig vom Bestehen eines Metabolischen Syndroms. Weiterhin war das Risiko eines frühen Todes auch bei Menschen mit metabolischem Syndrom erhöht – unabhängig vom Gewicht. Am gesündesten waren normalgewichtige Menschen ohne metabolischem Syndrom.

Quellen:

  • C.K. Kramer “Are Metabolically Healthy Overweight and Obesity Benign Conditions? A Systematic Review and Meta-analysis.” Annals of Internal Medicine, 3 December 2013 (volume 159, pages 758-769).
  • http://annals.org/aim/fullarticle/1784285/obesity-harmful-metabolic-factors-normal
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Metabolisches_Syndrom

Nie geschrieben – oft zitiert

Zitate sind ein wichtiger Bestandteil wissenschaftlicher Veröffentlichungen. Eine interessante Beobachtung zu diesem Thema machte der Niederländische Statistiker Pieter Kroonenberg: Es ging um ein Paper, das über 400 mal in wissenschaftlichen Arbeiten korrekt zitiert wurde, das aber an sich nicht existierte.

Dabei ist das Phantompaper hinsichtlich des Titels, des Autors und des Journaltitels wirklichkeitsimitierend ausgestattet: „Van der Geer, J., Hanraads, J.A.J., Lupton, R.A., 2000. The art of writing a scientific article. J Sci. Commun. 163 (2) 51–59“.

Allerdings waren die meisten Arbeiten, die dieses Papier zitierten, von mäßiger Qualität.  Bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass dieses nicht existente Paper Teil einer vorgefertigten Template-Vorlage für wissenschaftliche Arbeiten war.  Die NutzerInnen hatten mit dem Template einfach nicht sorgfältig genug gearbeitet.

P. Kroonenberg ist der Ansicht, dass in diesen Fällen von den AutorInnen zu wenig Sorgfalt an den Tag gelegt wurde – sowohl beim Schreiben, als auch bei der Auswahl der Quellen.

Quellen

  • https://derstandard.at/2000067948248/Nie-geschriebenes-Paper-wurde-in-400-Fachartikeln-zitiert
  • https://harzing.com/publications/white-papers/the-mystery-of-the-phantom-reference

 

Wie objektiv sind industriell finanzierte Studien?

Wissenschaftliche Studien genießen einen hohen Ruf. Sie gelten als objektiv und erkenntnisleitend.  Doch Forschung ist teuer und ab und an erscheinen wohlhabende Geldgeber aus der Industrie. Doch wie objektiv bleibt Wissenschaft bei „industriellem Sponsoring“?

Da ist z B die auch heute aktuelle Frage: „Machen süße gezuckerte Limonaden dick?“ Das englische Gesundheitsministerium scheint davon überzeugt zu sein, das gezuckerte Limonaden dick machen und fordert Coca Cola auf, auf seinen „weihnachtlichen Coca-Cola-Truck“ keine Zuckerlimonade sondern Wasser auszuschenken.

Wenn man jedoch Studien zu der Fragestellung „machen Zuckerlimonaden dick?“ betrachtet, gibt es  keine einheitlichen Ergebnisse. Einige Studien bejahen einen Zusammenhang zwischen häufigem Konsum von Zuckerlimonade und Fettleibigkeit, aber andere Studien verneinen einen Zusammenhang.

Wissenschaftler der Universität Navarra und des Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke haben sich einschlägige Studien bei  PubMed, Cochrane Library und Scopus databases einmal genauer angeschaut. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass Studien, die von der Getränkeindustrie gefördert wurden, in ihren Ergebnissen eher im Sinne der Getränkeindustrie ausfielen, als Studien, die neutral und unabhängig durchgeführt wurden. Fazit: Finanzielle Förderung von Forschung durch die jeweilige Lobby-Industrie führen zu Interessenkonflikten zwischen wissenschaftlichem Erkenntnisinteresse und wirtschaftlichem Interesse.

Quellen:

  • http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ernaehrungsstudien-gewichtiger-einfluss-der-getraenkeindustrie-1.1854953
  • http://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1001578
  • http://www.n-tv.de/wissen/Coca-Cola-Truck-soll-keine-Cola-verteilen-article20139708.html

Cannabis als Heilpflanze

Cannabis macht in der letzten Zeit Schlagzeilen. Einige möchten die daraus gewonnenen Rauschdrogen legalisieren, andere sehen interessante Möglichkeiten im medizinisch-pharmazeutischen Bereich.

An dieser Stelle geht es ausschließlich um den Nutzen im medizinischen Sinne.  Seit 2017 kann Cannabis in Ausnahmefällen in Deutschland auf Rezept verschrieben werden.

Aussichtsreiche Wirkungen von Cannabis liegen in der Schmerzbekämpfung, in der Förderung von Appetit und gleichzeitig den Brechreiz mildern. Insbesondere die Milderung von Brechreiz ist bei Krebspatienten sehr erwünscht. Zudem erweist es sich als entzündungshemmend, aber auch krampflösend. Auf psychischer Ebene wirkt es gegen Depressionen und Ängste.

Cannabis enthält eine große Anzahl pharmazeutisch relevanter Substanzen, darunter THC (Tetrahydrocannabinol) , Cannabidiol (CBD), Cannabinol (CBN) und Cannabichromen (CBC).

Anwendungsgebiete in der Zukunft könnten sein: Begleitend bei Krebstherapien, insbesondere bei Chemotherapien, jedoch auch bei Abmagerung von Aidspatienten. Sogar Patienten mit Tourette-Syndrom berichten über Besserung ihrer Tics.

Die Ergebnisse einer neueren Studie legen nahe, dass bei Mäusen der geistige Alterungsprozess durch die Gabe von THC positiv beeinflusst wird.

Fazit: Dosis sola facit venenum. Allein die Dosis macht das Gift. Bei kontrollierter Anwendung durch FachärztInnen scheint Cannabis interessante Möglichkeiten für viele Patienten zu bieten.

Quellen:

  • https://www.praktischarzt.de/blog/cannabis-auf-rezept/
  • https://gesund.co.at/hanf-arzneimittel-wundermittel-24991/
  • https://derstandard.at/2000067093529/Studie-Cannabis-koennte-das-Gehirn-verjuengen (Originalstudie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28481360)

Wie schädlich ist Mobilfunkstrahlung?

Handys und Smartphones und Tablets sind die täglichen Begleiter der meisten Menschen. Zudem gibt es in den Städten immer mehr Sendemasten für Mobilfunk. Ist Mobilfunkstrahlung schädlich?

Beim Mobilfunk werden hochfrequente elektromagnetische Felder zur Informationsübertragung genutzt.

G. Khurana hat über 100 medizinische Veröffentlichungen ausgewertet und ist zu dem Schluss gekommen, dass Mobilfunkstrahlung zunehmend die Gesundheit gefährdet.

Insbesondere ist die Langzeitwirkung auf das Gehirn nicht zu unterschätzen. Diese Langzeitwirkung wird durch eine große Anzahl unterschiedlicher Geräte wie Fernsehen und Radio, W-Lan, Mobilfunk verstärkt.  Khurana sieht speziell eine Gefahr für die Zunahme von Gehirntumoren.

Das Bundesamt für Strahlenschutz ist der Ansicht, dass Handystrahlung keinen Krebs auslöse. Trotzdem sind elektromagnetische Strahlen wie Mobilfunkstrahlung jedoch nicht ungefährlich. Es hat sich herausgestellt, dass diese Strahlen zwar keinen Krebs auslösen, aber bei bereits vorhandene Tumoren das Wachstum anregen. Die Forscher vermuten, dass die elektromagnetische Strahlung in den Stoffwechsel eingreift. Das Bundesamt empfiehlt die Handys und Smartphones mit UMTS oder LTE Technik, da diese strahlungsärmer sei. Zudem sei es besser mit Headset zu telefonieren.

Quellen:

  • http://www.rense.com/general82/DrKhuranaReport.pdf
  • https://www.noz.de/deutschland-welt/gut-zu-wissen/artikel/853309/wie-gefaehrlich-ist-mobilfunkstrahlung-fuer-nutzer#gallery&0&0&853309
  • http://www.bfs.de/DE/themen/emf/mobilfunk/mobilfunk_node.html
  • http://gesundheitsblog.blogsport.eu/2017/11/03/w-lan-als-gesundheitsrisiko-kresse-experiment/

Herzpatienten: Koffein nein danke

Energy-Drinks bescheren der Getränkeindustrie hohe Einnahmen. Dabei sind sie schlicht und simpel ungesund. Sie enthalten wesentlich mehr Koffein als Colagetränke oder Kaffee. Das Problem dieser Getränke kann sich durch weiter Inhaltsstoffe erhöhen.

Der hohe Koffeingehalt von Engergy-Drinks verändert den Herzrhythmus. Das Herz wesentlich schneller und unregelmäßiger, sodass sogar ansonsten gesunde junge Menschen ernstzunehmende Herzprobleme zeigen können. Weitere Nebenwirkungen von sehr hohem Koffeingehalt sind: Erhöhter Herzschlag, Herzklopfen und Anstieg des Blutdrucks. In extremen Fällen kann es zu Krämpfen und zum Tod kommen.

Ein besonders hohes gesundheitliches Risiko haben Menschen, die bereits an unregelmäßigem Herzschlag leiden. Auch Menschen mit Bluthochdruck sollten Koffein meiden. Zudem sollte man darauf achten, dass man zusammen mit Energy-Drinks keinen Alkohol konsumiert und auch in der betreffenden Zeit keine körperlichen Anstrengungen unternimmt.

Quellen:

  • http://www.wissen-gesundheit.de/Aktuelles/News/11165–Energy-Drinks-sind-Todesfalle-fuer-Herzpatienten
  • http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/koffein-in-energy-drinks-fuehrt-zu-herzrasen-a-827172.html
  • https://jmedicalcasereports.biomedcentral.com/articles/10.1186/1752-1947-5-18
  • https://de.nachrichten.yahoo.com/herzpatienten-sollten-energy-drinks-meiden-071117980.html

Crashteste orientieren sich hauptsächlich an männlicher Anatomie

Tests von Kraftfahrzeugen soll Menschen im Falle eines Unfalls schützen.

Doch wer sind eigentlich „Menschen“?

In der Wahrnehmung der Automobilindustrie scheinen „Menschen“ in der Hauptsache Männer zu sein. So sind die Crash Test Dummies an der männlichen Anatomie orientiert.

Diese einseitige Bevorzugung der männlichen Anatomie bei Sicherheitstests birgt im Falle eines Unfalls Risiken für Frauen.

Nach einer US-Spanischen Untersuchung haben Frauen, die einen Sicherheitsgurt tragen,  ein 47% höheres sich bei einem Unfall zu verletzen. So wird der unterschiedlichen Form des weiblichen Nackens nicht Rechnung getragen. Außerdem haben Frauen durch ihre meist geringere Körpergröße ein größeres Risiko sich eine Verletzung an den Füßen und Beinen zuzuziehen.

Sicherheit? Nur für männliche Menschen. „Menschen“ sind nach Ansicht der Automobilindustrie eben Männer.

Quelle: https://derstandard.at/1319180864482/Studie-Die-maennliche-Anatomie-der-Crash-Test-Dummies

Auch interessant zum Lesen: https://www.boston.com/cars/news-and-reviews/2012/08/22/why-carmakers-always-insisted-on-male-crash-test-dummies

Wer mit seinem Körper unzufrieden ist, treibt weniger gern Sport

Sport ist eine Quelle der Gesundheit und des Wohlbefindens.

Insbesondere für Menschen mit gesundheitlichen Schwächen profitieren von gezieltem und angepasstem Sport (Herzsportgruppe, Gymnastik usw.) Paradoxerweise vermeiden Menschen mit gesundheitlichen Problemen sportliche Tätigkeiten.

Eine Metastudie der heidelberger Soziologin Simone Becker ergab, dass Menschen mit zunehmendem Alter, wenn Gesundheit und körperliches Wohlbefinden allmählich nachlassen, immer weniger Interesse daran haben, Gesundheitssport zu treiben.

Mit 18 Jahren treiben ca. 70 der Männer und vergleichsweise nur 42 % der Frauen wöchentlich Sport. Mit 35 Jahren treiben ca. 30 % der Maänder und Frauen wöchentlich Sport, jedoch sind es bei den älteren Menschen über 68 Jahre nur noch ca. 18 % der Frauen und Männer wöchentlich Sport.

Ursache für die nachlassende Sportaktivität mit zunehmendem Alter könnte sein, dass es schwieriger ist sich für Sport zu entscheiden, wenn man sich gesundheitlich nicht so wohl fühlt. Die sinkende Selbstzufriedenheit mit dem eigenen Körper entwickelt sich somit zu einer motivationalen Verhaltensbarriere.

Doch auch die äußeren Umstände lassen zu wünschen übrig. So bemängelt Simone Becker, dass die Gesundheitssport-Angebote zeitlichl zu sehr begrenzt sind und dass die TeilnehmerInnen danach wenig Möglichkeiten haben, das Training in angemessenem Rahmen und mit entsprechender Betreuung fortzusetzen.

Trotzdem sollten gerade ältere Menschen nicht das Interesse am Sport verlieren. So zeigte sich bei einer Studie, dass ältere Menschen, die mindestens einmal pro Woche Sport trieben, mit bis zu einer drei- bis vierfach höheren Wahrschenilichkeit gesünder blieben, als die älteren Personen, die sich nicht sportlich bewegten.

Quellen:

  • http://derstandard.at/1317018562478/Nur-die-Gesunden-treiben-Sport
  • https://core.ac.uk/download/pdf/6463552.pdf (Der Einfluss der Gesundheits-zufriedenheit auf die Sportaktivität, Autorin Simone Becker)
  • http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/heilkraft-der-bewegung-sport-macht-auch-im-hohen-alter-gesund-1.1827862

Eltern unterschätzen das Übergewicht ihrer Kinder

In den letzten 30 Jahren nimmt das Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen kontinuierlich zu. Ungefähr 31 % aller Kinder und Jugendlichen zwischen 2 und 19 Jahren sind übergewichtig.

Übergewicht ist gesundheitlich und psychosozial ein großer Risikofaktor.

In einer Metastudie (eine Studie die die Ergebnisse anderer Studien zu einem bestimmten Thema auswertet) wurde festgestellt, dass gut die Hälfte der Eltern das Übergewicht ihrer Kinder unterschätzen.

Speziell das Gewicht der Kinder im Alter zwischen 2 und 5 Jahren wird von den Eltern stark unterschätzt, da die Eltern davon ausgehen, dass sich das Gewichtsproblem mit der Zeit „von selbst löst“.

Interessanterweise wird das Gewicht von Mädchen durch die Eltern kritischer betrachtet als das Gewicht von Jungen.

Um die folgenschwere Fehleinschätzung der Eltern zu korrigieren, ist es nützlich wenn KinderärztInnen besonders auf das Thema „Übergewicht bei Kindern“ achten. Sie sollten Eltern frühzeitig über die Risiken aufklären und ihnen Vorschläge zur Gewichtsreduktion machen. Übergewicht bei Kindern ist ein erzieherisches und pädagogisches Problem und es ist sinnvoll Eltern für den Alltag zu beraten.

Quelle: http://pediatrics.aappublications.org/content/pediatrics/133/3/e689.full.pdf