Wie objektiv sind industriell finanzierte Studien?

Wissenschaftliche Studien genießen einen hohen Ruf. Sie gelten als objektiv und erkenntnisleitend.  Doch Forschung ist teuer und ab und an erscheinen wohlhabende Geldgeber aus der Industrie. Doch wie objektiv bleibt Wissenschaft bei „industriellem Sponsoring“?

Da ist z B die auch heute aktuelle Frage: „Machen süße gezuckerte Limonaden dick?“ Das englische Gesundheitsministerium scheint davon überzeugt zu sein, das gezuckerte Limonaden dick machen und fordert Coca Cola auf, auf seinen „weihnachtlichen Coca-Cola-Truck“ keine Zuckerlimonade sondern Wasser auszuschenken.

Wenn man jedoch Studien zu der Fragestellung „machen Zuckerlimonaden dick?“ betrachtet, gibt es  keine einheitlichen Ergebnisse. Einige Studien bejahen einen Zusammenhang zwischen häufigem Konsum von Zuckerlimonade und Fettleibigkeit, aber andere Studien verneinen einen Zusammenhang.

Wissenschaftler der Universität Navarra und des Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke haben sich einschlägige Studien bei  PubMed, Cochrane Library und Scopus databases einmal genauer angeschaut. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass Studien, die von der Getränkeindustrie gefördert wurden, in ihren Ergebnissen eher im Sinne der Getränkeindustrie ausfielen, als Studien, die neutral und unabhängig durchgeführt wurden. Fazit: Finanzielle Förderung von Forschung durch die jeweilige Lobby-Industrie führen zu Interessenkonflikten zwischen wissenschaftlichem Erkenntnisinteresse und wirtschaftlichem Interesse.

Quellen:

  • http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ernaehrungsstudien-gewichtiger-einfluss-der-getraenkeindustrie-1.1854953
  • http://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1001578
  • http://www.n-tv.de/wissen/Coca-Cola-Truck-soll-keine-Cola-verteilen-article20139708.html

Herzpatienten: Koffein nein danke

Energy-Drinks bescheren der Getränkeindustrie hohe Einnahmen. Dabei sind sie schlicht und simpel ungesund. Sie enthalten wesentlich mehr Koffein als Colagetränke oder Kaffee. Das Problem dieser Getränke kann sich durch weiter Inhaltsstoffe erhöhen.

Der hohe Koffeingehalt von Engergy-Drinks verändert den Herzrhythmus. Das Herz wesentlich schneller und unregelmäßiger, sodass sogar ansonsten gesunde junge Menschen ernstzunehmende Herzprobleme zeigen können. Weitere Nebenwirkungen von sehr hohem Koffeingehalt sind: Erhöhter Herzschlag, Herzklopfen und Anstieg des Blutdrucks. In extremen Fällen kann es zu Krämpfen und zum Tod kommen.

Ein besonders hohes gesundheitliches Risiko haben Menschen, die bereits an unregelmäßigem Herzschlag leiden. Auch Menschen mit Bluthochdruck sollten Koffein meiden. Zudem sollte man darauf achten, dass man zusammen mit Energy-Drinks keinen Alkohol konsumiert und auch in der betreffenden Zeit keine körperlichen Anstrengungen unternimmt.

Quellen:

  • http://www.wissen-gesundheit.de/Aktuelles/News/11165–Energy-Drinks-sind-Todesfalle-fuer-Herzpatienten
  • http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/koffein-in-energy-drinks-fuehrt-zu-herzrasen-a-827172.html
  • https://jmedicalcasereports.biomedcentral.com/articles/10.1186/1752-1947-5-18
  • https://de.nachrichten.yahoo.com/herzpatienten-sollten-energy-drinks-meiden-071117980.html

Zuckersteuer auf Softdrinks?

Britische Ärzte fordern eine Zuckersteuer auf ungesunde Getränke. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft unterstützt das Ansinnen.

Quelle: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/adipositas/article/891120/britische-aerzte-fordern-zuckersteuer-ungesunde-getraenke.html