Selbsttötung im Spiegel von Statistiken

Kaum ein Ereignis ist so tragisch und gleichermaßen rätselhaft wie Selbstmord.

Es gibt einen deutlichen Geschlechtsunterschied im Bereich der Selbsttötungen, ca. 75 % der Suizidenten sind Männer. Über die Lebensspanne hinweg gesehen, begehen sowohl junge als auch Menschen im mittleren Lebensalter und sogar Menschen über 75 Jahre Suizid. Es ist nicht ein bestimmter Lebensabschnitt, sondern es sind die Krisen des Lebens, die dem Einzelnen in bestimmten Situationen aussichtslos erscheinen können.

Es wird davon ausgegangen, dass 60% einen Abschiedsbrief hinterlassen. Doch auch ein Abschiedsbrief kann nicht alle Fragen beantworten.

Um 1900 herum gab es besonders viele Selbstmorde, dieser Trend setzte sich in den 1920ger Jahren fort. Auch in den Nachkriegsjahren gab es vermehrt Selbstmorde. Ab den 1975ger Jahren ging die Selbstmordrate jedoch zurück, diese positive Entwicklung hatte ihren Höhepunkt um 1985 herum (ab 1980 weltweit).

Diese positive Entwicklung könnte von einem besseren psychologischen und diagnostischen Angebot herrühren.

Das Thema „Selbstmord“ zeigt wie diffizil das Verhältnis zwischen Betrachtung menschlichen Lebens und zahlenmäßiger Analyse und Auswertung ist. So wurde speziell in der Vergangenheit so mancher Selbstmord vertuscht, da es sich um ein gesellschaftliches Tabuthema gehandelt hat. Eine Kategorie, in der Suizidfälle verschwinden könnten, ist die Einnahme von einer Überdosis Rauschdrogen, sowie eine wenig umrissene Kategorie „sonstige Todesfälle“.

Die Ergebnisse von Suizidstatistiken stehen in engem Zusammenhang zwischen sorgfältigen Autopsien. So eine Studie aus Wien. Es ist auffällig, dass in Ländern mit hohen Autopsieraten mehr Selbstmorde verzeichnet werden, als in Ländern mit niedriger Autopsierate. Umgekehrt werden in Ländern, wo die Autopsierate gering ist, weniger Selbstmorde festgestellt. Gute Autopsien können Dunkelziffern aufklären.

Quellen:

  • http://www.statistiker-blog.de/archives/selbstmord-ist-out/3807.html
  • http://derstandard.at/1315005707065/Studie-Rueckgang-der-Autopsien-verfaelscht-die-Suizidrate
  • https://www.agus-selbsthilfe.de/info-zu-suizid/tod-durch-suizid/zahlen-und-statistiken/
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21646567

Crashteste orientieren sich hauptsächlich an männlicher Anatomie

Tests von Kraftfahrzeugen soll Menschen im Falle eines Unfalls schützen.

Doch wer sind eigentlich „Menschen“?

In der Wahrnehmung der Automobilindustrie scheinen „Menschen“ in der Hauptsache Männer zu sein. So sind die Crash Test Dummies an der männlichen Anatomie orientiert.

Diese einseitige Bevorzugung der männlichen Anatomie bei Sicherheitstests birgt im Falle eines Unfalls Risiken für Frauen.

Nach einer US-Spanischen Untersuchung haben Frauen, die einen Sicherheitsgurt tragen,  ein 47% höheres sich bei einem Unfall zu verletzen. So wird der unterschiedlichen Form des weiblichen Nackens nicht Rechnung getragen. Außerdem haben Frauen durch ihre meist geringere Körpergröße ein größeres Risiko sich eine Verletzung an den Füßen und Beinen zuzuziehen.

Sicherheit? Nur für männliche Menschen. „Menschen“ sind nach Ansicht der Automobilindustrie eben Männer.

Quelle: https://derstandard.at/1319180864482/Studie-Die-maennliche-Anatomie-der-Crash-Test-Dummies

Auch interessant zum Lesen: https://www.boston.com/cars/news-and-reviews/2012/08/22/why-carmakers-always-insisted-on-male-crash-test-dummies

Wer mit seinem Körper unzufrieden ist, treibt weniger gern Sport

Sport ist eine Quelle der Gesundheit und des Wohlbefindens.

Insbesondere für Menschen mit gesundheitlichen Schwächen profitieren von gezieltem und angepasstem Sport (Herzsportgruppe, Gymnastik usw.) Paradoxerweise vermeiden Menschen mit gesundheitlichen Problemen sportliche Tätigkeiten.

Eine Metastudie der heidelberger Soziologin Simone Becker ergab, dass Menschen mit zunehmendem Alter, wenn Gesundheit und körperliches Wohlbefinden allmählich nachlassen, immer weniger Interesse daran haben, Gesundheitssport zu treiben.

Mit 18 Jahren treiben ca. 70 der Männer und vergleichsweise nur 42 % der Frauen wöchentlich Sport. Mit 35 Jahren treiben ca. 30 % der Maänder und Frauen wöchentlich Sport, jedoch sind es bei den älteren Menschen über 68 Jahre nur noch ca. 18 % der Frauen und Männer wöchentlich Sport.

Ursache für die nachlassende Sportaktivität mit zunehmendem Alter könnte sein, dass es schwieriger ist sich für Sport zu entscheiden, wenn man sich gesundheitlich nicht so wohl fühlt. Die sinkende Selbstzufriedenheit mit dem eigenen Körper entwickelt sich somit zu einer motivationalen Verhaltensbarriere.

Doch auch die äußeren Umstände lassen zu wünschen übrig. So bemängelt Simone Becker, dass die Gesundheitssport-Angebote zeitlichl zu sehr begrenzt sind und dass die TeilnehmerInnen danach wenig Möglichkeiten haben, das Training in angemessenem Rahmen und mit entsprechender Betreuung fortzusetzen.

Trotzdem sollten gerade ältere Menschen nicht das Interesse am Sport verlieren. So zeigte sich bei einer Studie, dass ältere Menschen, die mindestens einmal pro Woche Sport trieben, mit bis zu einer drei- bis vierfach höheren Wahrschenilichkeit gesünder blieben, als die älteren Personen, die sich nicht sportlich bewegten.

Quellen:

  • http://derstandard.at/1317018562478/Nur-die-Gesunden-treiben-Sport
  • https://core.ac.uk/download/pdf/6463552.pdf (Der Einfluss der Gesundheits-zufriedenheit auf die Sportaktivität, Autorin Simone Becker)
  • http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/heilkraft-der-bewegung-sport-macht-auch-im-hohen-alter-gesund-1.1827862

Eltern unterschätzen das Übergewicht ihrer Kinder

In den letzten 30 Jahren nimmt das Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen kontinuierlich zu. Ungefähr 31 % aller Kinder und Jugendlichen zwischen 2 und 19 Jahren sind übergewichtig.

Übergewicht ist gesundheitlich und psychosozial ein großer Risikofaktor.

In einer Metastudie (eine Studie die die Ergebnisse anderer Studien zu einem bestimmten Thema auswertet) wurde festgestellt, dass gut die Hälfte der Eltern das Übergewicht ihrer Kinder unterschätzen.

Speziell das Gewicht der Kinder im Alter zwischen 2 und 5 Jahren wird von den Eltern stark unterschätzt, da die Eltern davon ausgehen, dass sich das Gewichtsproblem mit der Zeit „von selbst löst“.

Interessanterweise wird das Gewicht von Mädchen durch die Eltern kritischer betrachtet als das Gewicht von Jungen.

Um die folgenschwere Fehleinschätzung der Eltern zu korrigieren, ist es nützlich wenn KinderärztInnen besonders auf das Thema „Übergewicht bei Kindern“ achten. Sie sollten Eltern frühzeitig über die Risiken aufklären und ihnen Vorschläge zur Gewichtsreduktion machen. Übergewicht bei Kindern ist ein erzieherisches und pädagogisches Problem und es ist sinnvoll Eltern für den Alltag zu beraten.

Quelle: http://pediatrics.aappublications.org/content/pediatrics/133/3/e689.full.pdf